FAQ

Eine Ortsmitte für die Zukunft

Die Gemeinde Ellhofen arbeitet am größten Projekt der jüngeren Geschichte: Die Gestaltung der Neuen Ortsmitte mit Rathauserweiterung. Verwaltung und Gemeinderat betreiben in Zusammenarbeit mit ihren Partnern einen großen Aufwand, um den Ortskern fit für die Zukunft zu machen. Detailplanungen sind voranzutreiben, unzählige Abstimmungen und Gespräche sind zu führen. Und der Gemeinderat muss sich in die Themen einarbeiten und weitreichende Entscheidungen treffen. Ein Überblick über die wichtigsten Fragen und Antworten:

 

ALLGEMEIN

Welche Ziele verfolgt die Gemeinde mit dem Projekt?

In Ellhofen gibt es mehrere Brachflächen, die für eine Neugestaltung der Ortsmitte genutzt werden können. Einerseits sollen die historischen Bezüge aufgenommen werden, andererseits soll der Ortskern den heutigen Anforderungen an eine moderne Infrastruktur genügen. Ziel ist, die Ortsmitte zukunftsfähig zu gestalten, sie attraktiver und zu einem Ort der Begegnung zu machen. Außerdem gilt es, das in die Jahre gekommene Rathaus zu sanieren und zu erweitern. Ganz grundsätzlich gilt, dass die Gemeinde sämtliche Baukonstruktionen aus dauerhaften und biologisch unbedenklichen Materialien erstellen lässt.

Was sagt der Zeitplan?

Die Neue Ortsmitte und die Rathaussanierung mit Erweiterung soll 2026 abgeschlossen sein. Noch in diesem Jahr starten die Bauarbeiten für die 33 Parkplätze im östlichen Bereich und für die Aufweitung der Engstelle in der Kirchstraße. Der Hochbau soll im Januar 2023 beginnen mit den beiden neuen Gebäuden A und B am Bürgerplatz. Laut Plan sind diese 2024 fertig. Dann kann die Verwaltung für etwa zwei Jahre in das Gebäude B umziehen und im Rathaus den Weg frei machen für die Handwerker.

 

ORTSMITTE

Wie soll die Neue Ortsmitte aussehen?


Um Antworten auf diese Frage zu finden, hatte die Gemeinde einen städtebaulich-architektonischen Wettbewerb ausgelobt. Die WerkGemeinschaft Guttenberger Architektur-Stadtplanung legte zusammen mit den Landschaftsarchitekten Jedamzik+Partner im Jahr 2020 den überzeugendsten Entwurf vor. Die städtebauliche Idee der Büros schafft mit der Platzfolge Rathausplatz, Bürgerplatz als Ort der Begegnung und dem Festplatz als Multifunktionsfläche eine bürgerliche Identität des Ortes. All dies leitet sich aus der gewachsenen Umgebung ab. Das ortsbildprägende Rathaus wird wieder freigestellt, eine verglaste Fuge verbindet das Bestandsgebäude mit dem neuen Anbau, der den Sitzungssaal beherbergen wird. Der neue, barrierefreie Eingang wird an der Straßenseite liegen. Teil des Wettbewerbs war, auch Ideen für eine mittelfristige Weiterentwicklung der Ortsmitte zu erarbeiten.




Welche neuen Gebäude wird es geben?

Vorgesehen sind zunächst zwei Neubauten. Gebäude A: Im nördlichen Bereich des Bürgerplatzes entsteht ein Haus für Gastronomie (Erdgeschoss) und eine Arztpraxis (Obergeschoss). Da keine Konkurrenz für bestehende Restaurants geschaffen werden soll, ist an einen Bistro-, Lounge- oder Barbetrieb gedacht.  Gebäude B: Fast im rechten Winkel dazu lässt die Gemeinde ein Haus für die Ortsbücherei (Erdgeschoss), VHS (Obergeschoss) und den Bürgersaal bauen. Die beiden Ergänzungsbauten werden sich optisch ähneln.

Welche platzgestaltenden Elemente sind geplant?

Die Pläne sehen eine einheitliche Gestaltung von Platz- und Gehwegflächen vor. Der Bürgerplatz zwischen Rathaus und Kirche enthält ein Wasserspiel, die Außengastronomie und Schatten spendende Bäume. Der grüne Multifunktionsplatz zwischen Gemeindehalle, Schule und Kindertagesstätte mit seinen unterschiedlichen Rasenfugenbelägen bietet die Möglichkeit, ein Festzelt oder eine mobile Bühne aufzustellen. Der Schulhof wird mit einem Wechsel von Pflaster- und Fallschutzbelägen ausgestattet, dazu kommen Spielgeräte und Sitzgelegenheiten. Um das Areal barrierefrei zu machen, wurden Rampen eingeplant.

 

RATHAUS

Warum muss das Rathaus saniert werden?

Das Gebäude entspricht nicht mehr den Anforderungen an eine moderne Verwaltung. Der ältere Teil, ursprünglich ein Schulhaus, stammt aus dem Jahr 1859. Bauliche Vorschriften kann die Gemeinde nicht mehr einhalten, so ist das Rathaus zum Beispiel nicht barrierefrei. Die Vorgaben der Arbeitsstättenverordnung erfüllt das Gebäude mit seinen kleinen Büros ebenfalls nicht, für die Beschäftigten ist dringend mehr Platz notwendig. Das bestehende Ellhofener Rathaus ist stark sanierungsbedürftig: undichte Dächer und Fenster, zugesetzte Wasserleitungen, fehlender Brandschutz und Wärmedämmung. Räume für das Gemeindearchiv gibt es im Rathaus derzeit nicht.  

Was hat die Gemeinde mit dem Rathaus vor?

Die neue Eingangsbereich bietet ein großzügig geschnittenes Foyer, das als Wartebereich für den im alten Rathaus angesiedelten Servicebereich (Erdgeschoss) dient. Die Glaskonstruktion soll die Transparenz einer öffentlichen Verwaltung symbolisieren. Eine offene Treppe und ein Aufzug verbinden die einzelnen Stockwerke. Im ersten Stock kommen die einzelnen Verwaltungsbereiche und der Bürgermeister unter. Im Dachgeschoss sind ebenfalls Büros und die Registratur für Bauakten untergebracht. Das bislang ausgelagerte Gemeindearchiv zieht in das Untergeschoss. Der alte Anbau wird abgerissen.

 

Wie sieht der Erweiterungsbau für das Rathaus aus?

Das neue Gebäudeteil orientiert sich unter anderem am bestehenden Rathaus und an der benachbarten Kirche, ist aber trotzdem als moderne Architektur zu erkennen. Der Verbindungsbau aus Glas macht es möglich, das Rathaus von der Straße oder vom Bürgerplatz aus zu betreten, ein Sommerfoyer öffnet das Gebäude zum Platz hin. Den größten Teil der Erweiterung nimmt der Sitzungssaal ein. Sie erhält ein Satteldach und eine Stahlbetonkonstruktion. Die Wandflächen im Inneren sind verputzt, werden an manchen Stellen von schallhemmenden Holzverkleidungen ergänzt.


 

 

 

 


TECHNIK UND KOSTEN

Für welches Energiekonzept hat sich die Gemeinde entschieden?

Die Planungen sehen vor, ein Nahwärmenetz zu bauen, das von einem gasbetriebenen Blockheizkraftwerk gespeist wird. Da die Gemeinde auf fossile Energieträger verzichten will, soll nach aktuellem Stand nach einem Kompensationsmodell Biogas verwendet werden. Das heißt: Die Gemeinde schließt mit einem Energieversorger einen Vertrag, der sicherstellt, dass dieser die dem Ellhofener Verbrauch entsprechende Menge Biogas einkauft. Ähnliche Modelle gibt es für Öko-Strom schon seit vielen Jahren. Die Heizzentrale soll in den ehemaligen Räumen der Jugendfeuerwehr bei der Schule untergebracht werden. Ein wichtiges Ziel der Gemeinde ist zudem, den Verbrauch an Wärme und Strom so gering wie möglich zu halten. Deshalb spielen beispielsweise eine gute Dämmung und umweltverträgliche Technologien eine wichtige Rolle.


Welche Kosten entstehen?

Die WerkGemeinschaft Guttenberger Architektur-Stadtplanung hat großen Wert auf die Wirtschaftlichkeit gelegt. Deshalb wurden zum Beispiel die notwendigen öffentlichen Parkplätze kostengünstig in das Freianlagenkonzept integriert. Beim Rathaus haben die Planer darauf geachtet, mit Flächen effizient umzugehen, um die Erweiterung so klein wie möglich zu halten. Wichtig für die Sanierungsförderung: Die neue Erweiterung liegt unter 50 Prozent der Bruttogrundfläche des bestehenden Rathauses. Insgesamt garantieren einfache Konstruktionen angemessene Kosten, und das alternative Energiekonzept hält die Betriebsausgaben vergleichsweise niedrig. Die ersten Kostenschätzungen beziffern die Gesamtausgaben auf 10,5 Millionen Euro. Im weiteren Verfahren, wenn sich weitere Details geklärt haben,  werden die Planer belastbarere und detailliertere Kostenberechnungen vorlegen. Dann ist mit deutlich höheren Zahlen zu rechnen auch wegen der allgemeine starken Baupreissteigerungen. Die Gemeinde hat einen Aufstockungsantrag für das Sanierungsgebiet „Ortskern III“ gestellt, um mehr Fördergeld zu bekommen. Das Ziel ist, rund 4,3 Millionen Euro aus diesem Programm nach Ellhofen zu holen. Rund 2,5 Millionen Euro könnten dann in die Neue Ortsmitte fließen. Vom Landessanierungsprogramm sollen aber auch Privatbesitzer profitieren.

Welche Veränderungen sind bei der Wasserversorgung geplant?

Um die Neue Ortsmitte und die dort angesiedelten Gebäude mit einer zeitgemäßen Wasserversorgungstechnik ausstatten zu können, hat sich die Gemeinde für den Bau einer Ringleitung entschieden. Dies verbessert auch die Löschwasserversorgung. Kosten: rund 240.000 Euro.